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Krank durch Beziehungsstress

Eine harmonische Partnerschaft, die glückliche Familie, ein gut aufeinander eingespieltes Team – das Bedürfnis nach sozialer Verbundenheit ist genauso Teil unseres Menschseins wie der Wunsch, in unserer Individualität gesehen zu werden.

Deshalb treffen Beziehungsprobleme da, wo es am meisten weh tut: Je wichtiger Menschen füreinander sind, desto empfindlicher sind die Reaktionen auf Ängste, Enttäuschungen, Kränkungen. Das betrifft private wie auch berufliche Verbindungen.

„Immer blieb alles an mir hängen, nie tat meine Ex-Frau auch mal etwas für mich!“ (Werner, 63, Beamter)

„Ich habe in der Therapie gemerkt, dass mich immer wieder ähnliche Menschen fasziniert haben, ob es die Chefin an meiner neuen Klinik oder der neue Freund war. Ich habe die Kraft und Stärke bei ihnen gesucht, jemanden zum Anlehnen. Zielsicher bin ich auf die nächste Enttäuschung zugesteuert. Irgendwann konnte ich nicht mehr.“ (Sylvia, 38 J., Ärztin)

Im Beziehungsstress lässt die Fähigkeit dramatisch nach, den Beitrag des Anderen vom Eigenanteil am Beziehungsstress zu unterscheiden. Vereinfachende Zuschreibungen heizen die Situation an. Unausgewogene Lastenverteilungen verstärken sich. Das Gefangensein in belastenden Beziehungsmustern nimmt zu - bis hin zu behandlungsbedürftigen Krankheitssymptomen.

Behandlung

Sowohl individuell als auch gemeinsam mit anderen Lösungen finden

Zurückzufinden zum differenzierten Blick auf den anderen und sich selbst ist Teil einer Fähigkeit, die Mentalisieren genannt wird. Hierbei geht es um Menschenkenntnis, Neugier und Wahrnehmung von Gefühlen und Bedürfnissen, sowohl beim anderen als auch bei einem selbst. Das Mentalisieren ermöglich es, vorausschauend und selbstfürsorglich mit Beziehungswünschen und -risiken im privaten und beruflichen Zusammenhang umzugehen.

Krankmachende Beziehungsprobleme erfordern je nach Sachverhalt recht unterschiedliche Therapien. Das Mentalisieren kann indirekt gefördert werden durch Linderung der Anspannung im Rahmen von Achtsamkeits- und Entspannungstraining oder Atemtherapie, oder direkt durch vertieftes Verstehen der eigenen Gefühle und Bedürfnisse in intensiver Einzelpsychotherapie oder Kunsttherapie.

„Vor meinem Zusammenbruch hatte ich Angst vor Konflikten, war immer der Schlichter, kam mit meinen Bedürfnissen zu kurz. Heute warte nicht mehr darauf, wohin andere mich haben wollen. Meine Frau und übrigens auch mein Gemeindevorsteher sagen, ich wäre viel entspannter als früher, auch wenn ich im Streit mal falsch liege.“ (Tobias, 36 J., Theologe)

Als besonders effektiv beim Mentalisieren von Beziehungsfragen erweisen sich der lebendige Austausch über das eigene Kommunikationsverhalten und das Ausprobieren neuer Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung im Rahmen der Gruppenpsychotherapie und der Körper- und Theatertherapie.

Angehörigenberatung

Beziehungsprobleme können aber nicht nur Ursache von Erkrankungen sein, sondern auch in der Folge belastender Krankheiten auftreten. Bei MentaCare legen wir großen Wert darauf – falls im speziellen Fall nichts dagegen spricht - , Angehörige in die Therapie einzubeziehen und bei Bedarf auch zu beraten. Das ist nicht zu verwechseln mit einer Paartherapie, hat aber große Vorteile für die Betroffenen. Denn Angehörige kennen die Patienten aus dem Alltag und wesentlich länger als wir Behandler. Und sie tragen einen Teil des Leidens mit.

„Endlich in der langen Zeit hat mir einmal ein Therapeut erklärt, was eine Panikstörung ist, und vor allem, was ich zum Therapieerfolg beitragen kann. Jetzt kann ich viel gelassener damit umgehen, dass mein Sohn nicht gleich auf eine Station aufgenommen werden muss.“ (Dorothea, 63 J., Angehörige) 

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